(Dieser Beitrag lief schonmal - in kürzerer Form - in Andres Merchant Blog).
Hitflip hatte vor einigen Wochen einen Werbedeal mit studiVz. Auf der Werbeseite bei denen sollte ein Flash-Video abgespielt werden. Größe: ca. 2 MB. Geschätzte Abrufe: mehrere hundert Tausend. In 2 Tagen.
Wir haben dann angefangen einen Stresstest zu machen mit den Hitflip-Servern. Die erwartete Menge, wäre sie über zwei Tage verteilt gewesen, hätten wir ohne Probleme geschafft. Wir hatten nur Angst vor den Wellen. Was passiert wenn auf einmal - bundesweit - die Vorlesungen vorbei sind, und alle gucken sich das Video an? Bis zu etwa 5.000 Streams gleichzeitig haben wir im Test geschafft, aber dann wäre auf Hitflip sonst nicht viel gegangen. Hitflip liefert schon eine ganze Menge Daten aus, aber Video Streaming sind halt andere Anforderungen. Wir hätten also für diesen einen Werbedeal Server kaufen müssen. Da weint der Controller…
Amazon S3 enters the scene. Bisher war ich bei Amazon S3 immer skeptisch. Es gibt ja einige Startups die Amazon S3 benutzen (ein paar Infos z.B. von Ormigo, Shoppero und Basic Thinking). Ziemlich kritisch finde ich, dass die Amazon S3 keine bzw. kaum SLAs hat. Man hat also fast keine Rechte. S3 weg? Die eigenen Plattform down? Pech! Aber für ein Werbemittel vollkommen ok.
Amazon S3 bietet einige APIs. Zum Glück braucht es nicht sehr kompliziert sein, man kann S3 ähnlich wie einen FTP-Server bearbeiten, mit einem passenden Firefox Plugin.
Die Abfolge für die Einstellung des Videos:
1. Bei S3 anmelden (Zahlung per Kreditkarte)
2. Dateien hochladen (mit dem S3 Organizer geht das sogar im Firefox)
3. Dateien für die Welt freigeben (auch mit S3 Organizer)
4. Dateien im HTML-Code einbauen. Teilweise als Bild, teilweise in einem iframe, für die swfs. Die haben eine ganz normale HTTP URL, also mit http://s3.amazonaws.com/hitflip/studivz-deal/video.swf (oder so ähnlich, ich glaube der Link tut es nicht mehr).
Amazon begrenzt die Bandbreite pro Abruf auf etwa 80 Kbyte/sek. Nicht wahnsinnig schnell für ein Video, aber es reicht. Das schöne ist die fast unendliche Skalierung.
Die Kosten
0.0001 US$-Cent pro Abruf
plus
0.036 US$-Cent pro 2 MB
Macht insgesamt 0.0361 US$-Cent pro ausgeliefertem Video. Oder 27 Videos für einen Cent. Schon deutlich billiger als Server kaufen.
Gut, nicht? Server gerettet, Geld gespart, alle sind glücklich. Die Rich-Media Werbedeals können kommen.
Slideshare.net liefern die meißten Daten für ihre Powerpoint-artigen Widgets auch über Amazon S3 aus. Im Merchant-Blog haben wir mal eine Präsentation über Affiliate Marketing von denen eingebunden und man sieht recht deutlich in der Statusleiste des Browsers woher die Daten kommen…
Andre
August 10th, 2007
ich bin völlig begeistert von Amazon EC2 und S3, da nehme ich die SLA in Kauf.
Nico
August 11th, 2007
[…] diesmal berichtet Hitflip, welche Erfahrungen man mit Amazons S3-Hostingsservice gemacht hat: Werbemittel ausliefern mit Amazon S3 […]
Basic Thinking Blog » Hosting mit S3
August 13th, 2007
Auf der Seite loroma.com gibt es zur Zeit auch eine sehr interessante Videopräsentation zum Thema S3 und EC2. Die Präsentation wurde auf der diesjährigen Rails-Konferenz in Frankfurt gehalten.
Joachim
August 13th, 2007
Jonathan Weiss zeigt auf seiner Webseite in einer Präsentation wie Entwicklern von der Amazon Plattform in Sachen on-demand Skalierung, Performance und Redundanz zu profitieren.
URL:
http://www.loroma.com/loroma/movie.faces
Eine Stunde sehr sinnvoll investierter Zeit, wie ich meine.
Eduard Hildebrandt
August 14th, 2007
SLA… da sagte neulich ein freundlicher Jurist zu mir: je weniger SLA, umso mehr ist der betr. Service in der Verantwortung. Eine detaillierte SLA sichert anscheinend eher den “liefernden” Service ab - insofern: vielleicht ruhig mal reinbuddeln ins Thema?
ElCot
August 14th, 2007
Eduard, danke für den Link! Wirklich interessant.
Jan
August 14th, 2007
Wir sind auch sehr glücklich mit S3 und erste Tests mit EC2 laufen. Die Sache ist ja die… kriege ich das ganze stabiler hin für einen ähnliches Geld betrag?
Das gleiche argument habe ich früher in bezug auf akamai gefahren. ja, das sind nicht unsere server, aber wenn die down sind dann gibt es da ein paar wirklich große kunden die da anrufen.
Ähnlich ist es bei S3. Muss man wirklich mal schauen wie sich das weiter entwickelt.
WeoCeo würde ich mir mal ansehen: http://weoceo.weogeo.com/
Oliver Thylmann
August 16th, 2007
Bei manchen Sachen würde ich auch gerne S3 benutzen. Zum Beispiel wenn wir jetzt einen weiteren “dummen” Lighty hinstellen um Bilder auszuliefern.
Bei uns hat das ganze aber auch strategische Implikationen. Wir agieren ja im gleichen Bereich wie Amazon. Wenn die uns auf einmal nicht mehr mögen, ist so ein S3-Account schnell durch die gekündigt.
Jan
August 16th, 2007
[…] hier noch ein Link zu einem Artikel über Gedanken und Kosten dieser Lösung. Vielleicht hilft dieser Beitrag jemandem, der vorallem zu gewissen Zeiten mit zuviel Besuchern zu […]
Virales Virtuelles Skalieren | der leumund!
März 29th, 2008