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Bei neuen Websites, die von ihren Werbeerlösen leben wollen, rätsel ich manchmal über das Verhältnis von Unique Visitors zu Page Impressions. Für mich ist das Verhältnis PI/UV ein ziemlich wichtiges, um die potenzielle Profitabilität einer werbefinanzierten Website zu schätzen. Klingt abstrakt und theoretisch? Ist es gar nicht.

Die meisten Werbetreibenden sind im wesentlichen an Unique Visitors interessiert. Die haben kein Interesse daran, einem Werbekunden zig-mal in einer Fotostrecke die gleiche Werbung zu zeigen. Der Surfer soll die Werbung interessant finden und dann drauf klicken. Ob das nach dem ersten oder fünften Mal passiert ist wurscht. Also ist der Umsatz der Seite grob eine Funktion der Unique Visitors.

Jetzt die Gegenseite.

Entwickler, Büros, Kaffeemaschinen usw. sind bei den meisten Projekten relativ unabhängig von der Anzahl der User. Support und Kundendienst ist noch irgendwo abhängig. Was aber natürlich mit der Anzahl der PIs skalieren muss ist die technische Infrastruktur, also System Administratoren, Server, Storage Systeme, Anbindung, Racks usw.

Die Infrastruktur-Kosten für eine Website sind erstmal recht gering. Das ist dann oft ein Shared Hosting Account oder 1-2 gemietete Server. Dann steigen die Kosten eine Weile lang relativ stark an. Ein Sysad muss her, erste Server, Racks usw. Am Ende sind die Kosten pro PI wieder recht flach, wenn man Erfahrung sammelt, in Caching investiert und Skalen hat.

Ich habe mal geschätzt, dass die “Produktion” eines halbwegs aufwendigen PIs etwa 0.047 Eurocent, oder € 0.47 pro 1000 PIs, kostet. Ich habe dabei die wesentlichen Kostenblöcke mit eingerechnet:

  • Server (abgeschrieben über 2 Jahre)
  • Racks, Anbindung, Strom (fix + monatlich)
  • Systemadministrator

Klar, wenn man nur statische Geschichten rausdrückt ist es billiger. Aber teuer produzierte PIs bringen oft auch mehr Werbeumsatz. OnVista kann sich auch nur ein eigenes Rechenzentrum leisten, weil die generierten PIs gut und teuer sind.

Auf Einnahmenseite würde ich mal ganz grob schätzen, dass ein Unique Visitor etwa 0.3 Cent bringt. Das bedeutet, dass man mit 2% Wahrscheinlichkeit einen Klick auf ein Werbemittel generiert, der dann 15 Cent bringt.

Wenn man dann die Kosten und Einnahmen pro Unique Visitor in Relation zu den PI/UV ausrechnet, sieht man recht schnell:

PIs pro Unique Visitor Kosten in Cent/UV Einnahmen in Cent/UV
3 0.143269231 0.3
5 0.238782051 0.3
7 0.334294872 0.3
14 0.668589744 0.3
30 1.432692308 0.3
250 11.93910256 0.3

Klar dass es irgendwo einen Schnittpunkt gibt. Weswegen zuviele PIs, gerade so als 2.0-Schwanzvergleich, nicht unbedingt gut sind. Die Uniques zählen beim Umsatz!

2 Responses to “PIs bringen Geld - Sie müssen aber auch “produziert” werden”

  1. Die gesamt Anzahl der PIs ist wichtig um die Wichtigkeit der eigenen Seite zu Kommunizieren. Auf den großen Seiten will jeder drauf sein dadaurch bekommt man mehr Auslastung und damit kann man die Einnahmen pro UV sicher deutlich beeinflussen. Ich bin mir sicher, dass aus genau solchen Gründen Spiegel und all die anderen großen diese PI Schleudern wie Fotostrecken, Tests, Umfragen und Foren haben …

    Schokolade

  2. Sehr schöner Post, dankeschön! Gut, unser Ad Server liegt bei unter 1 cent TKP an Kosten, aber mit über 40 kann man auch nix laufen lassen. Da kam bei mir dann aber die Frage auf das ein Ad Server ja schon relativ komplex ist, und man sich fragen könnte wie man das auf normale Seiten transferiert.

    Weil bei unseren normalen Seiten bin ich dann bei dir. Muss man nochmal genauer kalkulieren, aber die grundsatzidee ist gut. Das ganze muss natürlich viel billiger gehen und denke ich tut es auch, aber das ist eine Frage der Struktur und verhandlungsbasis. wenn man soviel Traffic hat das man auf $6 pro mbit/s runter kommt dann sieht es schon anders aus.

    Aber darüber hinaus wird es denke ich noch viel komplizierter. Foren sind nicht so zu monetarisieren wie Content, bringen aber traffic. Ist also die Fragen ob sie neben dem niedrigeren Umsatz den ein Unique Visitor liefert, nicht auch noch viele Kosten produzieren. Man kann das ganze natürlich mal schön durchrechnen für eigene Seiten und Projekte um zu sehen ob sie Sinn ergeben. Also mehr “was habe ich an kosten” und zu was für kosten führt das grundsätzlich pro PI und wie kriege ich die monetarisiert.

    Oliver Thylmann

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