Gestern in der Tagesschau ging es um den Zusammenbruch der Quelle-Website. Viele Shopper waren wohl so begeistert von den 10-30% Rabatten, dass die Server überlastet waren. Ein Sprecher meinte, Sie würden nun Server dazu bestellen.
Der Sprecher meinte auch, Quelle.de hätte in den ersten 10 Stunden der Rabattaktion 31.000 Bestellungen verarbeitet. Ich habe nochmal dazu im Vergleich die Amazon-Zahlen für den “Peak Order Day” 2008 rausgesucht:
Peak items ordered on a single day
2008: 6.3M
2007: 5.4M
2006: 4.0M
2005: 3.6M
2004: 3.6M
(Quelle: TechCrunch)
Quelle hat also bei 31.000 Bestellungen pro Tag ihren Peak Order Day, Amazon bei 6.3 Millionen. Leider gibt Amazon keine Zahlen für Deutschland raus. International ist bei Amazon laut dem Segmentbericht ca. 50% (=3,15 Mio. Order). Deutschland ist davon der stärkste Markt, also hat Amazon.de am besten Tag 2008 so grob 1-1,5 Mio. Bestellungen gemacht? Das zeigt sehr deutlich, wie weit Amazon Quelle voraus ist, beziehungsweise war.
So, und jetzt weiterarbeiten!
P.S. Dies soll keine Kritik an der Quelle-Technik sein! Ein System ist immer nur für eine erwartete Obergrenze ausgelegt, die war bei Quelle einfach niedriger angesetzt. Man kann ja nicht für den maximal denkbaren Traffic-Ansturm Kapazität bereithalten. Interessant ist die erwartete Last aber schon.
Update vom 03.11.2009:
Intershop führt die Ausfälle auf eine stellenweisen Überlastung der Netze nach Fürth zurück. Die eigene Software sei zu keiner Zeit an ihre Grenzen gestossen. Am zweiten Tag wurden wohl 86.000 Bestellungen abgewickelt. Laut einem Traceroute hostet www.quelle.de bei Lambdanet. Mich würde interessieren, was die dazu sagen.
naja, hängt ja auch nicht nur mit der technik … also der hardware zusammen, sondern auch mit der software. wenn die software schlecht skaliert, dann ist es eben viel schwieriger das durch hardware auszugleichen — wenn es überhaupt geht. ich persönlich kenne intershop nicht, habe aber viel schlechtes darüber gehört. eigentlich hätte es auch im interesse von intershop liegen sollen, dass der quelle ausverkauf nicht zum fiasko wird, denn allein auf die technik kann man es imo nicht schieben.
harald
November 2nd, 2009
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November 2nd, 2009
Ich gehe mal davon aus, das Quelle locker 3100 orders/h verarbeiten kann. Das Problem war bestimmt das “Browsing”, d.h. der Katalog.
Hans Acker
November 3rd, 2009
@harald: dazu gibt es glaube ich seit gestern eine pressemitteilung, ich glaube sogar direkt von Intershop. Da stellt sich das Problem anders da. Heut funktioniert ja scheinbar auch alles …
toni
November 3rd, 2009
Ich wette ja, dass die schon immer ein Problem hatten nur hat es nie jemand gemerkt. Die Zahlen sprechen aber Bände …
Gerd
Gerd
November 3rd, 2009
Die Pressemitteilungen habe ich oben als Update “verarbeitet”. Danke für den Hinweis!
Jan
November 3rd, 2009
[…] waren wohl doch nicht so erfolgreich wie sie dachten … Jan Miczaika von hitflip.de hat in diesem Artikel in seinem privaten Blog mal die Verkaufszahlen der Quelle nach der Rabattaktion mit denen von […]
Warum die Quelle wirklich unterging… | Gerds Blog
November 5th, 2009