Managing Tech

Managing Technology, from the trenches

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Im privaten Blog von Jan Miczaika geht es um die Arbeit mit Technologien, in Teams, und das insbesondere im Startup-Umfeld. Kontakt?
    jan -at- hitflip.de oder bei XING

Die übliche Situation: Marketing, Operations und Technik sitzt zusammen in einem Raum. Die nächsten Entwicklungsschritte sollen durchgesprochen werden. Dann kommt wie immer die Frage: wie lange braucht denn das Feature XY? Kann man nicht Feature AB zusammen mit CD noch in den nächsten Meilenstein schieben? Wenn wir Feature EF schaffen vor Weihnachten dann kauft der Grosskunde G das Produkt und wir werden alle reich und berühmt.

Leider ist die Schätzung von Entwicklungszeiten gar nicht so einfach. Ein paar Gedanken dazu:
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Im Zweifel läuft in den meisten (ordentlich geführten) Unternehmen ein Monitoring-Tool wie Nagios oder Hyperic. Diese Tools messen mehr oder weniger regelmäßig bestimmte Betriebswerte auf dem Server und geben Alarm (per e-Mail und/oder SMS), wenn bestimmte Grenzwerte unter- oder überschreiten werden.

Die Überprüfung der technischen Faktoren ist schön und gut, reicht aber nicht aus. Wenn ein Programmierer aber beim letzten Update die “Bestellung abschicken” Seite im e-Commerce Shop zerschossen hat bringt es nicht viel zu messen, ob die Festplatte voll ist. Und zu warten bis die Horror-Meldungen im Support eintrudeln kostet Geld.

Die Lösung? Monitoring der Key Performance Indicators! (die deutsche Sprach stirbt, sorry). Wie funktioniert das ganze?
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Jakob Nielsen, Guru der Usability-Szene, hat heute neue Ergebnisse zu den Klickraten von Bannern veröffentlicht, die ziemlich Furore machen. So ganz verstehe ich nicht warum, wahnsinnig neues ist nicht dabei. Aber es ist eine gute Zusammenfassung der Key Learnings der letzten Jahre.
Meine Zusammenfassung der Zusamenfassung:

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Startups KölnChristian Leybold (von BV Capital, einem VC) berichtete gerade über ein Hobby-Projekt von ihm. Unter www.StartupVergnuegen.com gibt es eine Weltkarte, wo Startups sich eintragen können. Als Neu-Kölner kann ich stolz feststellen, dass Köln bisher die höchste Dichte an Startups aufweist (Mabber in Köln-Sürth habe ich mal dazugezählt). Wesentlich mehr als in Berlin oder München. Yay!

Interessant ist die Clusterbildung: weite Teile des Landes scheinen entvölkert, alles ballt sich in Köln, Hamburg und Berlin. Wobei Berlin längst nicht so dominant ist, wie es m.E. 99/2000 war. Und in München geht fast nichts, zumindest bei den Internet-affinen Geschichten. Einige Startups fehlen aber noch auf der Karte.

Ich habe gerade ein Buch von Michael Lopp gelesen, das mir ganz gut gefällt: “Managing Humans. Biting and humorous tales of a software engineering manager” (auf den Amazon Affiliate Link verzichte ich erstmal, hui, die Geldströme die ich hier verpasse). Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Sammlung ausgedruckter Blogbeiträge, was es auch ist. Aber für eine Bahnfahrt ohne funktionierendes UMTS ok.

Ein Kapitel hat mir besonders gut gefallen.

Michael Lopp (auch Rands genannt) teilt die Arbeitswelt in zwei Gruppen: incrementalisits und completionists.

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(Dieser Beitrag lief schonmal - in kürzerer Form - in Andres Merchant Blog).

Hitflip hatte vor einigen Wochen einen Werbedeal mit studiVz. Auf der Werbeseite bei denen sollte ein Flash-Video abgespielt werden. Größe: ca. 2 MB. Geschätzte Abrufe: mehrere hundert Tausend. In 2 Tagen.

Wir haben dann angefangen einen Stresstest zu machen mit den Hitflip-Servern. Die erwartete Menge, wäre sie über zwei Tage verteilt gewesen, hätten wir ohne Probleme geschafft. Wir hatten nur Angst vor den Wellen. Was passiert wenn auf einmal - bundesweit - die Vorlesungen vorbei sind, und alle gucken sich das Video an? Bis zu etwa 5.000 Streams gleichzeitig haben wir im Test geschafft, aber dann wäre auf Hitflip sonst nicht viel gegangen. Hitflip liefert schon eine ganze Menge Daten aus, aber Video Streaming sind halt andere Anforderungen. Wir hätten also für diesen einen Werbedeal Server kaufen müssen. Da weint der Controller…

Amazon S3 enters the scene. Bisher war ich bei Amazon S3 immer skeptisch. Es gibt ja einige Startups die Amazon S3 benutzen (ein paar Infos z.B. von Ormigo, Shoppero und Basic Thinking). Ziemlich kritisch finde ich, dass die Amazon S3 keine bzw. kaum SLAs hat. Man hat also fast keine Rechte. S3 weg? Die eigenen Plattform down? Pech! Aber für ein Werbemittel vollkommen ok.

Amazon S3 bietet einige APIs. Zum Glück braucht es nicht sehr kompliziert sein, man kann S3 ähnlich wie einen FTP-Server bearbeiten, mit einem passenden Firefox Plugin.

Die Abfolge für die Einstellung des Videos:
1. Bei S3 anmelden (Zahlung per Kreditkarte)
2. Dateien hochladen (mit dem S3 Organizer geht das sogar im Firefox)
3. Dateien für die Welt freigeben (auch mit S3 Organizer)
4. Dateien im HTML-Code einbauen. Teilweise als Bild, teilweise in einem iframe, für die swfs. Die haben eine ganz normale HTTP URL, also mit http://s3.amazonaws.com/hitflip/studivz-deal/video.swf (oder so ähnlich, ich glaube der Link tut es nicht mehr).

Amazon begrenzt die Bandbreite pro Abruf auf etwa 80 Kbyte/sek. Nicht wahnsinnig schnell für ein Video, aber es reicht. Das schöne ist die fast unendliche Skalierung.

Die Kosten

0.0001 US$-Cent pro Abruf
plus
0.036 US$-Cent pro 2 MB

Macht insgesamt 0.0361 US$-Cent pro ausgeliefertem Video. Oder 27 Videos für einen Cent. Schon deutlich billiger als Server kaufen.

Gut, nicht? Server gerettet, Geld gespart, alle sind glücklich. Die Rich-Media Werbedeals können kommen.

Wie in der Einführung in die ISP-Auswahl versprochen hier meine Checkliste, mit der ich Internet Service Provider auswähle:

Zum Unternehmen:
- Seriös finanziert oder nur ein Reseller von jemand anderem?
- 24h Erreichbarkeit der Notrufnummer (immer testen! Nicht auf die Aussage verlassen!)
- Referenzkunden (wobei gute Hoster keine nennen, aus Sicherheitsgründen. Sonst in den Racks gucken)
- Ist jemand 24h vor Ort, oder nur per Handy erreichbar?

Zu den Tarifen:
- Wie lange sind die Kündigungsfristen und Bereitstellungsfristen?
- Wie teuer ist overage Bandwidth (wie teuer wird es, wenn man mehr verbraucht als sein Bandbreitenpaket)
- Gibt es irgendwelche komischen Bandwidth-Drosselungsmechanismen?
- Gibt es extra services wie managed firewall, managed backup usw?
- Wie teuer ist der Remote Hands Service, während Geschäftszeiten und nachts?

Zum Rechenzentrum:
- Wie ordentlich sind die Räume? Liegen Kabel oder Werkzeug rum?
- Ist die Zugangskontrolle biometrisch?
- Gibt es mindestens 2 Stromnetze, die in das Gebäude reingehen?
- Gibt es Generatoren? Wenn nicht, direkt losrennen
- Wie oft testen die den Generator? Wann war der letzte Test? Gute Unternehmen testen wöchentlich
- Wie alt sind die Batterien für die UPS? Oft ist das Herstellungsdatum draufgedruckt, einfach mal gucken
- Was stehen da sonst noch für Geräte? Sun Server oder Racks voll mit Gameservern?
- Haben die Ersatzteile da für Notfälle?
- Wie redundant ist die Internetanbindung? Gibt es einen T-Online Knoten (wichtig, weil größter privater ISP)?

Kein 100%-wissenschaftliches Scoring, aber schonmal ein Anfang…

Direkt zum Anfang mal ein eher technisches Thema. Ich denke die meisten Startups (zumindest die, die von armen Studenten gegründet werden) starten mit einem Virtual Shared Account, bei domain)factory oder so. Irgendwann, wenn der Provider wütend anruft und mit Rausschmiss droht, müssen eigene Server her. Einen ISP auszusuchen, wo man seine Racks und Server hinstellen kann, ist dabei gar nicht so einfach. Als wir diese Entscheidung hatten, habe ich eine kleine Checkliste gebaut, mit der ich dann zu MESH (Level 3), HostEurope, Colt, Hetzner und Lambdanet gegangen bin.

Von den Preisen her scheint es drei große Gruppen zu geben: Discount, Medium und Premium. Zu den Discount-Providern zählt für mich Hetzner. Medium sind HostEurope, MESH und Lambdanet. Colt ist eindeutig Premium. Bei Colt schienen mir die Premiumpreise aufgrund der sehr guten Service Level Agreements gerechtfertigt, aber Hitflip ist nunmal keine Bank. Wenn wir mal eine Stunde offline sind ist das zwar schlecht, aber es kommt keiner um.

Meine Einschätzung von Hetzner, HostEurope, Colt, Lambdanet und MESH:

Hetzner - nicht selber gestetet. Angebot sah ganz gut aus, günstig aber ohne viele Garantien. Teilweise etwas komische Praktiken (Bandwidth drosseln, muss händisch freigeschaltet werden), was aber wahrscheinlich an deren Kundenstamm liegt. Kenne einige glückliche Kunden da.

HostEurope - da waren wir früher. Katastrophale Informationspolitik: Bieten auf der Website Dienstleistungen an, die sie nicht liefern können. Rechenzentrum war irgendwann voll, keine Information der bestehenden Kunden über Zeitpläne bzw. Bauzustände. Vertriebler rufen irgendwann nicht mehr zurück. Andere Leute sind wohl zufrieden, wir waren es nicht. Sind mit die einzigen, die auch mal einen Bladeserver aufnehmen.

Colt - Rechenzentrum besucht, dann doch zu teuer. Die Mitarbeiter vor Ort haben einen sehr kompetenten Eindruck gemacht. Das Rechenzentrum hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Definitiv Hosting der Spitzenklasse, wenn man bereit ist dafür zu bezahlen.

Lambdanet - Rechenzentrum besucht, wäre unsere zweite Wahl gewesen. Lambdanet betreibt einige kleine Rechenzentren (eines in der Kölner Innentadt), wo man recht günstig Colocation machen kann. Die sind m.E. nicht so richtig auf “Fremdkunden” ausgelegt, aber sowohl die Techniker wie auch die Vertriebler machten einen guten Eindruck.

MESH - Unsere Wahl am Ende. MESH ist Reseller von Level 3 Fläche. Uns hat der Service bisher sehr überzeugt. MESH hat das Problem, dass die doch sehr von Level 3 abhängig sind, wenn es z.B. um Montagetermine geht. Wenn Level 3 nicht möchte, geht da wenig. Aber die Mitarbeiter sind immer sehr bemüht, der Remote Hands Service klappt auch am Wochenende. Insgesamt sind wir ganz glücklich derzeit.

Meine Checkliste zum Auswahl eines ISPs gibt es Ende der Woche.

Noch ein Blog?

August 7th, 2007

Ja, ein Blog hat meiner Meinung nach gefehlt! Nämlich ein Blog, das die Sachen bespricht, die ich den ganzen Tag lang mache. Und das ist, neben einigen anderen Sachen, schlicht und ergreifend “Managing Technology”. Also innerhalb eines Unternehmens Technologien zu nutzen um das Kernprodukt zu entwickeln.

Zusammen mit meinem sehr coolen Team baue ich große, skalierende Webanwendungen. Dazu gehört sicherlich technisches Wissen. Dieser Blog wird also technische Fragestellungen behandeln, wie Erfahrungen mit bestimmten Technologien, Konzepten, oder auch Dienstleistern. In einem Unternehmen kann man aber auch nicht alles selber machen, man braucht ein Team. Dieser Blog wird also auch klassische Managementthemen anreissen, wie die Personalauswahl, konkrete Projektplanung oder die Koordination von Teams.

Ich hoffe in der Zukunft auch einige Gastautoren gewinnen zu können. Mein Wissen (und meine Zeit) sind schliesslich begrenzt.

So, und nun lieber Leser, wünsche ich viel Spaß beim weiterlesen (oder in freudiger Erwartung auf die ersten Meldungen).

Viele Grüße,

Jan Miczaika